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Pressemitteilung 33/25 - 03.04.2025

Nachhaltigkeit gestalten: Dr. Simon Mei?ner im Co-Vorsitz des st?dtischen Nachhaltigkeitsbeirats

Der Umweltwissenschaftler der Universit?t Augsburg st?rkt als Co-Vorsitzender den Austausch zwischen Wissenschaft, Stadt und Zivilgesellschaft.

Der Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft stellt St?dte, Hochschulen und Bürgerinnen und Bürger gleicherma?en vor neue Aufgaben. In Augsburg übernimmt dabei der Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt Augsburg eine zentrale Rolle. Seit M?rz 2025 ist der Umweltwissenschaftler Dr. Simon Mei?ner, der dort die Universit?t Augsburg vertritt, einer der beiden neuen Vorsitzenden. Im Interview spricht er über die Aufgaben des Beirats, seine pers?nliche Motivation und die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Universit?t und Stadt.

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Welche Aufgabe hat der Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt?

Der Beirat ber?t Stadtverwaltung und Stadtrat in Fragen der nachhaltigen Entwicklung, gibt Empfehlungen und unterstützt zivilgesellschaftliche Initiativen. Zudem wirkt er in der Juryarbeit bei der j?hrlichen Vergabe des Augsburger Zukunftspreises mit. Grunds?tzlich unterstützen und f?rdern wir den gesamten Nachhaltigkeitsprozess der Stadt Augsburg tatkr?ftig. Dabei orientieren wir uns an den st?dtischen Zukunftsleitlinien, die auf den UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals – SDG’s) basieren.

? Universit?t Augsburg

Sie sind gemeinsam mit Anne Schuester von der St?ndigen Konferenz der Kulturschaffenden Vorsitzende des Beirats. Wie wurden sie beide gew?hlt?

Die Wahl erfolgt intern aus dem Kreis der 25 Mitglieder, die vom Stadtrat alle drei Jahre berufen werden. Die Entscheidung fiel in einem soziokratischen Verfahren nach dem Konsentprinzip, bei dem Vorschl?ge offen diskutiert und anschlie?end abgestimmt werden. Ich bin seit rund zehn Jahren Teil des Beirats und fühle mich durch die Wahl sehr geehrt. Es ist eine ehrenamtliche Aufgabe, die ich mit gro?er ?berzeugung wahrnehme.

Welche Rolle haben die Vorsitzenden und was sind ihre Aufgaben?

Die Vorsitzenden leiten die Sitzungen, vertreten den Beirat nach au?en und bringen Themen in politische Gremien ein. Unterstützt werden sie dabei vom Büro für Nachhaltigkeit der Stadt. Ziel ist es auch, Nachhaltigkeit in der Stadtgesellschaft sichtbarer zu machen. Der Beirat fungiert dabei als wichtige Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung, Stadtrat und Zivilgesellschaft. Eine Besonderheit ist der in Deutschland einzigartige ?Nachhaltigkeits- und Klimacheck“: Politische Beschlussvorlagen der Stadt werden vorab auf ihre Auswirkungen im Sinne der st?dtischen Zukunftsleitlinien hin geprüft. Dieser Prozess wird durch den Nachhaltigkeitsbeirat begleitet und unterstützt.

Gibt es spezifische Projekte oder Schwerpunkte, die Sie in Ihrer Amtszeit vorantreiben m?chten?

Unser Ziel ist es, den Nachhaltigkeitsprozess in Augsburg lebendig zu halten und weiter zu st?rken – auch gegen aktuelle gesellschaftspolitische Widerst?nde. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass es sich hierbei nur um eine kurze Phase oder Modeerscheinung handelt, sondern um eine langfristig angelegte Entwicklung, die wir gemeinsam gestalten k?nnen.?

Ein erster Schwerpunkt ist der neue Nachhaltigkeitsbericht der Stadt, der dieses Jahr entsteht. Der Beirat begleitet diesen Prozess aktiv und bringt Stellungnahmen im Sinne einer kritischen Reflexion ein, die von der Stadtverwaltung und der -politik aufgegriffen werden. Au?erdem m?chten wir erreichen, dass die Mitglieder des Beirats Nachhaltigkeit auch in ihren Institutionen verankern – das gilt für mich als Universit?tsangeh?riger genauso. Die Universit?t hat hier eine besondere Verantwortung und kann als Multiplikatorin wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt beitragen.

Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell für die Nachhaltigkeitspolitik in Augsburg?

Nachhaltigkeit hat es derzeit schwer, ?ffentliches Interesse und politische Priorit?ten zu gewinnen. Wichtig ist deshalb, die Bedeutung des Themas kontinuierlich zu kommunizieren und m?glichst viele Akteure zur Mitgestaltung zu motivieren. Die Erkenntnis, dass viele Dinge, die wir hier ansto?en bzw. die wir umsetzen wollen, um als Stadt nachhaltiger zu werden, lassen sich nicht allein leisten, sondern nur als Teil der Stadtgesellschaft. Auch die grüne Transformation der Universit?t kann nur dann gelingen, wenn wir mit den st?dtischen Akteuren eng zusammenarbeiten, wie etwa im Bereich des Klimaschutzes oder der Energieversorgung.

Inwieweit kann die Forschung an der Universit?t die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Stadt Augsburg bereichern?

Die Universit?t bringt wissenschaftliche Expertise in lokale Nachhaltigkeitsprozesse ein – etwa durch das Wissenschaftszentrum Umwelt oder das Zentrum für Klimaresilienz. Forschungsergebnisse sollen gezielt in der Praxis Anwendung finden, zum Beispiel bei Luftschadstoffmessungen zur Bewertung gesundheitlicher Auswirkungen von Emissionen. So k?nnen unter anderem gemeinsam mit dem Umweltamt konkrete Verbesserungsma?nahmen entwickelt werden. Auch in der Material- und Ressourceneffizienzforschung entstehen Ans?tze, die für st?dtische Akteure und der lokalen Wirtschaft von Nutzen sind. Darüber hinaus entwickelt die Universit?t im Austausch mit lokalen Unternehmen Konzepte zu Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft, die direkt in regionale Wertsch?pfung integriert werden k?nnen.?

Ein weiteres Beispiel ist die interdisziplin?re Forschung an der Schnittstelle von Umwelt- und Gesundheitswissenschaften, etwa zur klimaresilienten Stadtentwicklung. Besonders erw?hnenswert sind auch soziale und kulturelle Impulse, so leistet die Friedens- und Konfliktforschung einen wichtigen Beitrag für die Friedensstadt Augsburg. Auch der kulturelle Sektor wird durch viele wissenschaftliche Projekte und Vortr?ge, mit ?ffentlichkeitsfokus, unglaublich bereichert.

Welche Verbindungen und Anknüpfungspunkte gibt es zwischen Stadt und Universit?t beim Thema Nachhaltigkeit?

Die Universit?t ist Teil eines aktiven Netzwerks und in st?dtischen Gremien vertreten, etwa im Nachhaltigkeitsbeirat, dem Klimabeirat oder dem Digitalisierungsbeirat. Der Austausch mit Stadt, Wirtschaft und Zivilgesellschaft verl?uft wechselseitig: Wissenschaftliche Erkenntnisse flie?en in kommunale Prozesse ein, gleichzeitig entstehen aus der Praxis neue Impulse für Lehre und Forschung. Viele Nachhaltigkeitsprojekte – insbesondere im Bereich der grünen Transformation – lassen sich nur im Zusammenspiel aller lokalen Akteure verwirklichen. Entscheidend ist dabei der kontinuierliche Wissenstransfer und vor allem die Offenheit und Neugierde, voneinander zu lernen.

Gibt es ein bestimmtes Vorbild – eine Stadt oder ein Modellprojekt –, von dem Augsburg lernen kann?

Eine gute, aber schwer zu beantwortende Frage. Augsburg selbst hat bereits Modellcharakter: Die Stadt war eine der ersten mit einem lokalen Agenda 21-Prozess, dieser begann offiziell Anfang 1996, und wurde 2013 als nachhaltigste Gro?stadt Deutschlands ausgezeichnet – eine gro?e Auszeichnung und zugleich Verpflichtung. Zudem beinhalten die Augsburger Zukunftsleitlinien neben Wirtschaft, Umwelt und Soziales die kulturelle Nachhaltigkeit als vierte Dimension – eine Besonderheit. Nachhaltigkeit l?sst sich jedoch nicht pauschal auf eine Gesamtstadt übertragen. Stattdessen holen wir uns themenspezifisch Anregungen – etwa im Bereich nachhaltiger Mobilit?t oder Konzepte einer fahrradfreundlichen Stadt wie Münster oder Kopenhagen.

Sie sind schon lange im Bereich Nachhaltigkeit aktiv – sowohl in der Wissenschaft als auch in verschiedenen Gremien. Was treibt Sie pers?nlich an, sich so intensiv mit Klima- und Umweltfragen zu besch?ftigen?

Schon im Studium der Geografie an der Universit?t Augsburg war Nachhaltigkeit mein zentrales Thema. Als ich dann die M?glichkeit bekam, dieses Interesse beruflich an der Universit?t Augsburg fortzusetzen – in Forschung und Lehre sowie in der Gremienarbeit am Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) – war das für mich ideal. Die dr?ngenden Fragen rund um Zukunftsf?higkeit bewegen viele Menschen, insbesondere junge und auch viele Studierende an unserer Universit?t. Das Engagement ist für mich sowohl Herzenssache als auch Verantwortung zugleich.

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tb

Zur Person

PD Dr. Simon Mei?ner ist Akademischer Oberrat am Wissenschaftszentrum Umwelt, dessen Stellvertretender wissenschaftlicher Leiter er ist. Dort forscht er seit 2004 an Ressourcengeographie, Modellierung von Ressourcen-, Stoffstr?men und Produktionsketten, Erstellung von Ressourcen-, Klima- und Umweltbilanzierungen sowie interdisziplin?rer Umweltforschung. Der Wissenschafler ist Teil der Leitung des Green Office, das als gesamtuniversit?res Projekt die Universit?t Augsburg auf den Weg bringt, eine führende Nachhaltigkeits-Universit?t zu werden.

Link zum Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt Augsburg: Nachhaltigkeitsbeirat – Nachhaltigkeit Stadt Augsburg

Link zum Nachhaltigkeitsprozess der Stadt Augsburg: Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit Stadt Augsburg

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